MARCO ATTILIO REGOLO. Scarlatti

MUSIKALISCHE LEITUNG Ulrich Nicolai
BÜHNENina von Essen
DRAMATURGIEHeribert Germeshausen
STATISTERIETheater Heidelberg
ORCHESTERPhilharmonisches Orchester Heidelberg
MIT:Terry Wey
Antonio Giovannini
Sharleen Joynt
Annika Sophie Ritlewski
Hye-Sung Na
Daniel Johannsen
Fotos: Maurice Korbel

,,In der gescheit modernisierenden und dabei sinnlichen Deutung von Eva-Maria Höckmayr kommt die Geschichte als Psychokammerspiel daher. Die Hakenschläge des barocken Intrigenknäuels aus Obsession und großer Staatskulisse funktionieren als absurde, dekadente Übersteigerung eben auch dann, wenn ihre Protagonisten im modernen bürgerlichen Party-Outfit stecken. (…) Höckmayr und ihr Team bestehen damit auch noch die letzte Nagelprobe für das Gelingen einer ambitionierten Barockinszenierung. So kann man sich eine fast 300 Jahre verspätete deutsche Erstaufführung jenseits musealer Andacht kaum besser wünschen!“

Die Welt, 30.11.11, Joachim Lange

,,Regisseurin Eva-Maria Höckmayr transportiert das Stück behutsam in die Gegenwart und bleibt dabei ganz nahe an der Musik. (…) Das ist Musiktheater im modernen Sinne, ganz aus der Partitur heraus entwickelt, dass Emilia sich dem lieto fine verweigert, ein Gewehr greift und die ganze, an der Rampe singende Gesellschaft niedermäht. Die letzte Zeile singt sie alleine. (…) Gespenstisch sind auch viele Bilder im zweiten Teil, die daran erinnern, dass hier mehr verhandelt wird als der Potenzstau der Potentaten. (…) Es würde zumindest nicht verwundern, wenn von Schwetzingen eine Wiederentdeckung des Musikdramatikers Scarlatti ausgehen würde.“

Deutschlandradio Kultur, 25.11.11, Stefan Keim

,,Regisseurin Eva-Maria Höckmayr (…) macht daraus ein differenziertes, psychologisches Kammerspiel auf Nina von Essens Bühne, die alle Gegebenheiten des Rokokotheaters positiv nutzt. Die Figuren selbst sind prägnant gezeichnet, das Ganze wird spannend erzählt und überrascht mit einem unerwartet tragischen Ende. Die Regisseurin legt eine durchdachte, solide Arbeit vor, die auch im Heute durchaus stimmig ist.“

Rhein-Neckar-Zeitung, 28.11.11, Matthias Roth

,,Wir sehen in der Inszenierung von Eva-Maria Höckmayr und in den zeitgenössischen Kostümen von Julia Rösler ein Kammerspiel um Leben und Tod, was ja nichts anderes meint als: ein Psychogramm der Liebe. (…) Sicheren Grund gib es hier keinen mehr. Lieben am Abgrund. Es sind die tyrannischen Männer, die das Leben so zurichten. Gefangen in ihrem überkommenen Kodex von Ehre, Vaterland und Stolz, entziehen sie allen anderen die Lebensgrundlage.“ 

Die Rheinpfalz, 28.11.11, Frank Pommer

,,(…) ein attraktives Stück, das beim Winter in Schwetzingen als deutsche Erstaufführung auf breite Zustimmung stieß, denn die szenische und musikalische Umsetzung zeigt (selbst)quälerische Seelenzustände, welche die Figuren aller Statuarik entkleiden. Menschen von heute findet Regisseurin Eva-Maria Höckmayr vor und modelliert sie durch individuelle Typisierung. (…) eine niveauvolle, griffige Aufführung.“

Mannheimer Morgen, 28.11.11, Eckhard Britsch

,,Der -aus heutiger Sicht – seltsame Plot ist typisch für die Barockoper, doch mit der deutschen Erstaufführung macht die Inszenierung plausibel, dass die Probleme recht zeitübergreifend verstanden werden können, weil egomanes Verhalten den Blick trübt und Verblendung abstruse Folgen haben kann. (…) Der Start in das winterliche Festival kommt beim Premierenpublikum sehr gut an.“

Opernnetz, 27.11.11, Eckhard Britsch